Theaternacht 2025 mit Claudia Reiff

Claudia Reiff
Meine Ausbildung zur Bühnentänzerin erhielt ich an der Folkwang Hochschule in Essen. Seit 2010 bin ich freiberufliche Tänzerin und Tanzpädagogin im Koln Bonner Raum. Meine Bühnenerfahrung sammelte ich unter Anderem bei Urs Dietrich, Felix Landerer, Stephan Brinkmann und Fang-Yu Shen. Für einige Tanzfilme war ich vor und hinter der Kamera tätig. Neben der Entwicklung eigener choreographischer Projekte, vertiefe ich auch fortlaufend die tänzerische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in unterschiedlichen Vermittlungsformaten.


Ausrichtung: Ausgansplateau meiner Arbeiten ist immer wieder der menschliche Korper. Das Zusammenspiel von Muskeln, Knochen, Atem und weiteren organischen Korperprozessen in der Innenwelt und die Kommunikation des ganzen Korpers mit der Außen/Umwelt führen mich zu grundlegenden Prozessen des Lebens. Hierzu gehort auch das Recherchieren auf Korpergedächtnisebene und dem tanzenden Korper als Spiegel der komplexen Umstände der Jetzt-Zeit. Die Ästhetik, die mich interessiert, ist abstrakt und doch menschlich, lässt dem Betrachter Raum sich auf individuelle Weise mit der Wirkung der Tanzkunst zu verbinden. Die Ästhetik zwischen Musik und Tanz liegt mir besonders am Herzen, auch in interdisziplinären Kollaborationen beispielsweise mit Bildender Kunst und Architektur. Begleitet von der Frage, wie sich Erfahrungen im Korper speichern, verändern und auswirken, inspiriert mich die davon fließende Wesensart der Tanzbühnenkunst an sich. Auf der Zeitebene reizt mich das Unsichtbare von Vergänglichkeit und Erinnerung, im Spannungsfeld zum präsenten gegenwärtigen Moment. Auch in Zeiten von Stillstand – Korperskulptur – bewegt sich etwas. Bleiben Spuren, Vorahnungen? Während der Auseinandersetzung mit der Schonheit der Vergänglichkeit des Tanzes, bin ich auf dieses Zitat gestoßen, welches meine Arbeit seither begleitet:
„Dance disappears almost at the moment of its manifestation. It is an extreme expression of the present, a perfect metaphor for life. Dancers sculpt space in real time, working inside a form that is constantly in a state of vanishing. We have no artifacts. I find it strangely beautiful to be creating something that is made of our breath and blood and bones and minds.“
Crystal Pite

Weitere Projekte von Claudia Reiff
Projekt Solo 2021
Adern. auf den Spuren von Puls, Fluss, rot, Vernetzung, Druck, Strom, Linien begibt sich die Tänzerin ins innere des Korpers und bringt zum Ausdruck, was sich dort ohne unser Zutun abbildet, der Blutfluss durch die Adern. Auch im Außen findet sich das Adern, als ob das, was uns umgibt ein großer Korper ist. Spiegelt sich das Innen im Außen, oder das Außen im Innen? Wie verhalten wir uns in diesem Feld zwischen Außen und Innen, gefriert das Blut in den Adern, ist Blut dicker als Wasser, fließt in uns Mangel oder Fülle? Tanz und Choreographie: Claudia Reiff, Co-Choreograf: Peter Jürgens


momentan(z) eine Musik-Tanz-Vorstellung 2013
An diesem Abend werden die Grenzen zwischen Horen und Sehen fließender und es gilt, die Musik, die uns überall umgibt zu entdecken, im Rhythmus des Raumes, in der Schwerkraft, in der Klangfarbe von Stimmungen, in der Komposition der Elemente des Abends… Ausgehend von den Wirkfaktoren des Abends – zwei Tänzerinnen, ein Musiker am Cello, der Raum die Zeit und das Publikum – entsteht ein Livedialog zwischen Tanz, Musik und Raum. Ein Tanzkonzert auf der Basis der Improvisation, bei dem das Publikum mit der Atmosphäre, die es mitbringt, und als Bestandteil des Raumes mit zum Werden des Abends beiträgt. Stimmungen und Bilder entstehen und wandeln sich immer wieder neu. Der Betrachter ist eingeladen mit den Performerinnen in den gegenwärtigen Moment einzutauchen, eine andere Betrachtungsweise zu wagen, sowohl auf Raum als auch auf das, was an dem heutigen Abend darin geschieht und Assoziationen freien lauf zu lassen. Die Künstler lassen sich mit ihren Ausdrucksmitteln Tanz und Musik am Cello auf den Moment ein, wandeln Eindrücke, Gefühle, Bilder und Schwingungen in ein sinnliches Tanzkonzert um. Alles entsteht im Hier und Jetzt und ist im nächsten Moment auch schon vergangen. Poetische und fragile Szenen konnen ebenso entstehen wie spannungsgeladene und groovige/treibende Momente. Assoziativ werden Verbindungen angeregt – ganz individuell in der Vorstellung eines jeden Betrachters, verkorpert und vertont durch die Künstler. Vorstellung schafft Vorstellung. Eine feinsinnige und dichte Auseinandersetzung mit dem Moment. Tanz: Claudia Reiff, Cello: Matthias Kaufmann

© 2023 Ruth Friedrich, Bonn, Kunst im Hinterhaus
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